Goyō Hashiguchi

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Goyō Hashiguchi (1880-1921) war ein führender japanischer Künstler der Taishō-Periode, der für seine exquisiten Beiträge zur Shin-Hanga-Bewegung ("neue Drucke") bekannt war. Trotz einer tragisch kurzen Karriere und einer sehr geringen Anzahl von nur vierzehn vollendeten Farbholzschnitten wird Goyō für sein Streben nach künstlerischer Perfektion und seine meisterhafte Verschmelzung der traditionellen Ukiyo-e-Ästhetik mit einer modernen, realistischen Sensibilität gefeiert.

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Geboren als Hashiguchi Kiyoshi in der Präfektur Kagoshima, zog er 1899 nach Tokio, um Kunst zu studieren. An der Tokyo School of Fine Arts ließ er sich zunächst bei Kuroda Seiki in westlicher Ölmalerei (Yōga) ausbilden und schloss als Klassenbester ab. Er entwickelte jedoch auch eine große Wertschätzung für die traditionelle japanische Ukiyo-e-Malerei, insbesondere für die Werke von Meistern wie Utamaro und Harunobu. Goyōs Karriere spiegelt dieses doppelte Interesse wider. Er arbeitete als Buch- und Zeitschriftenillustrator und schuf viele wunderschöne Entwürfe für Titelbilder (kuchi-e) und Werbeanzeigen in einem Stil, der oft japanische und westliche Elemente vermischte. Seine wahre Leidenschaft galt jedoch der Wiederbelebung des Ukiyo-e-Holzschnitts, nicht als bloße Nachahmung der Vergangenheit, sondern als zeitgenössische Kunstform.

Im Jahr 1915 wurde er von dem Verleger Shōzaburō Watanabe - einem wichtigen Förderer des Shin-Hanga - beauftragt, einen Druck zu entwerfen. Das Ergebnis war "Bath" (Yuami), eine atemberaubende Darstellung einer nackten Frau, die zu einem ikonischen Shin-Hanga-Bild wurde. Goyō war jedoch ein Perfektionist und mit einigen Aspekten von Watanabes Produktionsverfahren unzufrieden. Er beschloss, die Schnitzerei und den Druck seiner späteren Drucke selbst zu überwachen, um die höchstmögliche Qualität zu gewährleisten.

Er richtete sich ein eigenes Atelier ein und überwachte jede Phase, vom Entwurf bis zum fertigen Druck, mit größter Sorgfalt. Seine Motive waren vor allem Bijin-ga (Bilder schöner Frauen), aber er schuf auch einige Landschafts- und Naturdrucke. Seine Frauen werden mit einer bemerkenswerten Sensibilität dargestellt, die ihre Anmut, Introspektion und eine subtile, moderne Sinnlichkeit einfängt. Werke wie "Frau in Sommerkleidung", "Frau, die ihr Haar kämmt" und "Gasthaus zur heißen Quelle" sind berühmt für ihre eleganten Kompositionen, zarten Linien, die exquisite Verwendung von Farben (oft weich und harmonisch) und die feinen Strukturen, die durch meisterhafte Drucktechniken wie Prägung und Glimmer erzielt werden.

Goyō war ein Zeitgenosse von anderen Shin-Hanga-Künstlern wie Itō Shinsui und Hasui Kawase, die ebenfalls mit Watanabe zusammenarbeiteten. Goyōs akribische Arbeitsweise und sein begrenztes Werk heben ihn jedoch von anderen ab. Sein Streben nach Perfektion führte dazu, dass er bis zu seinem frühen Tod an einer Hirnhautentzündung im Alter von 40 Jahren nur sehr wenige Drucke produzierte. Trotzdem war sein Einfluss auf die Shin-Hanga-Bewegung tiefgreifend.

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Goyō Hashiguchis Vermächtnis ist das eines Künstlers, der mit einigen wenigen meisterhaften Werken einen unglaublich hohen Standard für den modernen japanischen Farbholzschnitt setzte und Bilder von zeitloser Schönheit und Raffinesse schuf.

Wenn Sie mehr über den Künstler erfahren möchten: Goyō Hashiguchi - Wikipedia